Sonntag, 17. September 2017

Day 61 Bye Apennin

Ich hatte Glück, dass ich samstags an der Hütte angekommen bin. Unter der Woche sind ALLE Hütten geschlossen. Ich muss zurück in die Stadt, und der nette Wirt nimmt mich mit nach Parma. 

I was lucky to get here on a Saturday. ALL cabins are closed on workdays, so I have to return to the city. The nice host will take me to Parma. 

Zeit zu gehen
Time to go



Auf dem siebzig km langen Weg erzählt mir der Wirt, dass der September normalerweise ein schöner Monat ist. Dieses Jahr allerdings gleicht er dem November, mit Temperaturen um sechs Grad. 

On the seventy km road to Parma, the host tells me that September normally is a nice month, but this year, it resembles more November with temperatures around six Centigrade. 

Day 60 Gefährliche Einsamkeit

Dangerous Solitude

Passo Della Cisa - Lago Santo Parmense

Steps 43837

Km 29,8

Der Weg lässt sich gut an, die Landschaft gleicht dem Odenwald, nur höher gelegen und von einer gewaltigen Einsamkeit. Es gibt keine Behausungen, keine Menschen, nur ab und zu ein paar Jungkühe oder Pferde auf dem Weg, was mich als Stadtmensch immer ein wenig beunruhigt. Ich spreche auf die Tiere ein und versuche sie weiträumig zu umgehen. Dann beginnt der Weg zu steigen und bald bin ich am Rande meiner Kräfte. 

Hinter dem Monte Orsano gehe ich auf einem Kamm, rechts und links stark ausgesetzt, wie hoch weiß ich nicht, denn als ich einmal einen Blick in die Tiefe riskiere, merke ich, dass es mit meiner Schwindelfreiheit nicht weit her ist, und ich konzentriere mich nur noch auf den Weg und die Füße. Dann stehe ich am Ende des Kamms und habe dort vorsichtig ein Steilstück hinabzusteigen, das den Namen Weg eigentlich nur deshalb verdient, weil es als solcher markiert ist.

Lebensgefährliche Abstiege, keine Menschenseele in der Nähe, kein Mobilfunk... wie verrückt kann es noch werden? Ich beschließe, den Apennin so schnell wie möglich zu verlassen und auf zivilisierteren Wegen weiterzugehen. Dass ich kein Feigling bin, habe ich, denke ich, hinlänglich bewiesen, weitere Etappen wie die heutige halte ich für tollkühn. 

Ich erreiche die Hütte um halb sieben, eine Dreiviertelstunde, bevor die Sonne untergeht, und frage sofort nach Möglichkeiten, in die Zivilisation zurückzukehren. 

The trail starts off easy, the landscape looks like the Odenwald, only higher and of a tremendous solitude. No houses, no traces of human beings. Only once in a while some cows or horses on the trail which for me as a city kid always is a little discomforting. I talk softly to the animals and make a wide curve around them. Then the trail starts to ascent and takes me to the edge of my forces. 

Behind the monte Orsano, there is a ridge, an abyss to the right and to the left, how deep I don't know, the one time I look down makes me giddy enough and I concentrate only on the trail and my feet. Then I stand at the end of the ridge and have to climb down a steep stretch that only qualifies as trail by being marked as such. 

Most dangerous descents, not a single person around, no mobile phone connection... how crazy can you get? I decide to leave the Apennin and continue on more civilized  trails. I think I did prove that I'm no coward and more trails like the one today would be foolhardy. 

I reach the cabin at 6:30, around 45 minutes before the sun sets and ask for possibilities to return to civilization right away. 


Die Landschaft ist natürlich atemberaubend 
The landscape is breathtaking, of course




Hüttenleben, italienische Version
Cabin life, Italian version


Samstag, 16. September 2017

Day 59 Wuthering Heights and distorted trail signs

Stürmische Höhen und verdrehte Wegweiser

Berceto - Passo della Cisa

Steps 29157

Km 20,3

Hinter Berceto werde ich noch von Hunden verbellt, dann wird es völlig einsam auf dem Weg. Es ist so windig, dass ich meine Kappe fester ziehen muss, und durch einen verdrehten Wegweiser verliere ich ungefähr eine Stunde. Auf dem Passo selbst gibt es keine Unterkünfte. Ich muss ein paar Kilometer zurück zum Hostel, wo ich der einzige Gast bin. Nachmittags friere ich im Zimmer, abends läuft mir in der überheizten Gaststube der Schweiß herunter, zumal man anscheinend die Absicht hat, mich durch Essen (Schinken, Salami, Parmesan aus der Gegend, danach Gnocchi, danach Fleisch mit Bohnen, danach Trauben) zum Platzen zu bringen. 

Behind Berceto dogs bark when I approach, but later it gets completely lonely on the trail. The wind blows so hard that I'm afraid to lose my cap, and a distorted trail sign makes me take the wrong direction which costs me about an hour. On the passo, there's no accommodations, thus I have to walk back some km to a hostel where I'm the only guest. I'm cold in the afternoon in my room and sweat in the evening in the overheated guestroom. They try to make me burst with ham, Salami, local parmigiano, gnocchi, meat, beans and grapes. 




Donnerstag, 14. September 2017

Day 58 Das falsche Berceto

The Wrong Berceto

Es gibt den Bahnhof Berceto und das Dorf Berceto. Der Abstand zwischen beiden ist nicht gar so groß wie zwischen Frankfurt und Frankfurt Hahn, aber er beträgt trotzdem satte 13 Km. Erst freue ich mich, dass ich den vermeintlichen Einstieg in den E1 so rasch gefunden habe, dann bemerke ich, wie trostlos der Ort ist, an dem ich aus dem Zug gestiegen bin. Als es überdies noch anfängt zu schütten, bin ich froh, als ich etwa fünf Kilometer vom Bahnhof entfernt den Palazzo Filagni, ein B&B fernab der Zivilisation, entdecke.

There is Berceto Train Station and the village of Berceto, the distance between the two being some 13 km. First, I feel happy because I think I found the entry to the E1, then I realize how hopeless the place is where I stepped off the train with not even a guesthouse to stay for the night. I'm about five km away from it when it starts pouring down, and I'm lucky enough to find the Palazzo Filagni, a B&B in the middle of nowhere. 

Lombardisches Herrenhaus aus dem 10. Jahrhundert
10th century Lombard palace







Mittwoch, 13. September 2017

Day 57 Auf ins Unbekannte!

Into the Unknown!

Pisa - Pontremoli (mit dem Zug)

Leider musste ich Claudia heute am Bahnhof in Pisa verabschieden. Sie fliegt gerade zurück nach Paris und muss morgen schon wieder arbeiten. Ich sitze in Pontremoli (zurück fast in Ligurien) und studiere Wanderwege in der Emilia Romagna, die mit dem E1 anscheinend identisch sind. Zwar werde ich mit dem Taxi in die Berge fahren müssen, aber dort habe ich wenigstens eine einigermaßen klare Vorstellung, wie ich gehen muss. 

Unfortunately, I had to say good bye to Claudia today at the train station in Pisa. She's flying back to Paris where she has to start working tomorrow. I'm meanwhile back in Pontremoli (almost Liguria) studying trails in the Emiglia Romagna that seem to be identical with the E1. I'll have to take a cab into the mountains, but at least I know more or less precisely where to go there. 

Pisa



Pontremoli



Dienstag, 12. September 2017

Day 56 Last Vacation Day - Guess where we are...

Wo wir wohl sind...?


Pisa ist unsere letzte gemeinsame Station. Morgen fliegt Claudia nach Paris zurück, und ich fahre zurück nach Pontremoli, von wo aus ich bei Passo della Cisa auf den E1 kommen möchte. Es geht wieder in die Berge, die Ferien vom Wandern sind zu Ende. 

Pisa is our last place together. Tomorrow, Claudia will fly to Paris, and I'll travel back to Pontremoli from where I'll try to get to the Passo Della Cisa and the European Long Range Hiking Trail E1. Back to the mountains, vacation from hiking is over! 




Wunderbares letztes gemeinsames Essen 
Very nice last supper together






Samstag, 9. September 2017

Day 52 / 53 / 54 / 55 Florenz 

Florence

Florenz ist zwar ebenfalls heillos überfüllt, aber die Stadt ist so schön, dass sich ein längerer Aufenthalt dort lohnt. 

Florence is a very touristic place but so beautiful that it is well worth a longer stay. 



Palacio Vecchio 






In den Uffizien 






Am Arno 



Palacio Pitti
Rafaelo Santi







Letzter Tag in Cefalù Last Day in Cefalù Wir sind uns einig, dass Cefalù ein wunderbarer "Rausschmeißer" ist. Wir finden au...